Partizipation

In § 12 der UN-Kinderrechtskonvention ist festgelegt,

 dass Kinder, "in allen das Kind berührenden Angelegenheiten”,

ein Recht auf freie Meinungsäußerung haben,

unabhängig davon, ob sie schon fähig sind, sich eine eigene Meinung zu bilden.

 

Das Mitbestimmen und Teilhaben in einer Gemeinschaft bietet den Kindern Herausforderungen und Möglichkeiten ihre Fähig- und Fertigkeiten weiter zu schulen und zu stärken. Kinder haben ein Recht auf Mitsprache, an diesem Kinderrecht halten wir als Team fest. Dies setzen wir um, indem wir die Wünsche und Rechte der Kinder ernst nehmen und versuchen, sie an vielen Entscheidungen im Alltag zu beteiligen. Wir bieten allen Kindern die Möglichkeit, langsam in den Prozess des „Mittuns“ hineinzuwachsen.

Partizipation kann übersetzt werden als:

  • Teilhabe
  • Beteiligung
  • Mitbestimmung
  • Mitdenken
  • Einbeziehung

 

Durch die Mitbestimmung:

  • lernen die Kinder, sich mit Problemen konstruktiv auseinanderzusetzen.
  • sie trainieren ihre Kommunikationsfähigkeit und Sprachkompetenz.
  • die Kinder lernen, Verantwortung für ihre Umgebung, ihr Leben und ihre Entscheidungen zu übernehmen.
  • sie trainieren die Frustrationstoleranz.
  • sie üben eigene Lösungswege zu entwickeln und konstruktiv damit umzugehen.
  • sie lernen, in der Diskussion mögliche Lösungen gegeneinander abzuwägen.
  • sie lernen, ihre Bedürfnisse zu äußern und die Bedürfnisse von anderen Menschen zu respektieren. 
  • sie üben, demokratisch die eigene Meinung, Interessen und Bedürfnisse auszuhandeln und wachsen so in demokratische Strukturen hinein.

 

"Wie geht das im Kindergarten? Gibt es auch Grenzen der Mitbestimmung?"

Den Rahmen der Mitbestimmungen legen die Erzieherinnen im Vorfeld fest. Wir als Team haben uns darauf geeinigt, dass es keine Beteiligung bei Sicherheitsfragen und Hygienemaßnahmen geben kann.

Im Folgenden erhalten Sie einen kurzen Einblick darüber, welche Beteiligungsmöglichkeiten das Team festgelegt hat: 

  • Beteiligung bei der Gestaltung des Gruppenraums.
  • Beteiligung bei der Gestaltung des Alltags und der Auswahl des Spielmaterials und der Spielpartner.
  • Beteiligung bei der Gestaltung des Essens: Das Kind entscheidet was und wieviel es essen möchte, was es trinken möchte und wann es frühstücken möchte.
  • Beteiligung bei Projekten: Was wollen wir gemeinsam unternehmen, wo geht der Ausflug hin, was wollen wir basteln?
  • Beteiligung bei der Wickelsituation: Das Kind entscheidet welche Erzieherin es wickeln soll.

u.v.m.

Das aktive Gestalten und Mitbestimmen einer Gemeinschaft und das Miterleben einer Demokratie stärkt das Selbstbewusstsein der Kinder. Wir nehmen die uns anvertrauten Kinder ernst und gehen auf die Bedürfnisse und Gefühle ein. Dabei bilden Empathie und Wertschätzung die Grundlage für einen vertrauensvollen Umgang miteinander.

Mitbestimmung, Beteiligung und Partizipation ist als ein Prozess zu sehen und muss von allen Beteiligten immer neu gestaltet, reflektiert und weiterentwickelt werden.